Buch vs. Film - Sieben Minuten nach Mitternacht

Oktober 05, 2017

Wer mich kennt oder meine Rezensionen aufmerksam liest, weiß, dass ich „Sieben Minuten nach Mitternacht“ oder „A Monster Calls“ von Patrick Ness absolut liebe und jetzt schon als mein Jahreshighlight bezeichne. 

Das Buch habe ich beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt und mich beim Durchblättern direkt die Illustrationen verliebt, die ich dann beim Lesen noch mehr geliebt habe. Wenn es dich interessiert, kannst du dir hier mal die vollständige Rezension durchlesen. 

Wenn man ein Buch so abgöttisch liebt, sind die Erwartungen an den Film natürlich enorm hoch. Und um ehrlich zu sein, konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie man das umsetzen sollte, weil in dem Buch die Kinderseele von dem Protagonisten Conor so toll dargestellt wurde und die Linie zwischen Realität und Traum verwischt. 
Was ein Glück bin ich weder Regisseur noch Drehbuchautor! Denn der Regisseur Juan Antonio Bayona hat nicht umsonst Standing Ovations für diesen Film bekommen. Von ihm kannte ich bisher nur „Das Waisenhaus“, was ein solider Horrorfilm mit überraschenden Wendungen ist, jedoch nichts Weltbewegendes. Anders „A Monster Calls“. 



Der dreizehnjährige Conor O’Malley wird sowohl im Buch als auch im Film von einem wiederkehrenden Alptraum geplagt, bei dem man als Zuschauer oder Leser erst nicht erfährt, was genau darin vorkommt. Deshalb kommt um exakt sieben Minuten nach Mitternacht ein Monster zu ihm, das behauptet, Conor hätte es um Hilfe gerufen und die bietet es ihm auch an. Naja wobei, es zwingt sie ihm auf. Denn zuerst muss sich Conor drei Geschichten von ihm anhören und beim vierten Treffen erwartet es Conors Geschichte. Und damit nichts als die Wahrheit von ihm.

Die Gespräche zwischen dem Monster und dem kleinen Jungen sind sowohl im Buch als auch im Film meine Lieblingsstellen! Liam Neeson verleiht dem Monster eine so passende Stimme und die drei Geschichten kommen perfekt rüber. 
Hier kommt ein Punkt hinzu, den ich im Film absolut gefeiert habe. Die wunderschönen Illustrationen des Buches wurden zwar nicht 1:1 eingebaut (wie auch) aber Conor wird stattdessen als begabter kleiner Künstler vorgestellt, der dieses Talent mit seiner Mutter teilt. Seine Zeichnungen fließen somit als Buchillustrationen mit ein, was ich als eine geniale Idee empfinde! 
Auch wunderschön ist die Darstellung der Geschichten, die das Monster erzählt. Die Stimmung wird perfekt untermauert. Sie werden nämlich ähnlich dargestellt, wie mit Wasserfarben gemalt.

Das laufende Monster im Buch © Studiocanal GmbH Filmverleih

Vs. das laufende Monster im Film © Studiocanal GmbH Filmverleih


Im Film wird von Anfang an klar, dass seine Mutter schwer krank ist. Im Buch ist das Ganze subtiler gehalten, was deutlich zur Spannung und zur Darstellung von Conors Psyche beiträgt. Trotzdem ist die schauspielerische Leistung sehr gut und seine ganzen Konflikte mit sich selbst werden nach und nach deutlich und wunderbar verkörpert.

Fazit
Obwohl ich das Buch vorher gelesen habe und somit wusste, was mich erwartet, hatte ich an vielen Stellen im Film eine Gänsehaut und zum Schluss viel geweint. Genau wie beim Buch. Und wenn eine Buchverfilmung so etwas schafft, kann ich nur eine klare Empfehlung aussprechen! 

Kommentare:

  1. Den Film habe ich gesehen und fand ihn wunderschön! Erst danach habe ich erfahren das es eine Buchverfilmung ist, somit werde ich das geschriebene Wort nicht allzu bald lesen.
    Mich nahmen auch die Gespräche zwischen Baum (Monster) und dem Jungen ein, die Geschichten in der Geschichte <3

    Hab noch einen feinen Abend!

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    1. Hihi ja, das macht dann nicht so viel Sinn :D Aber gut zu wissen, dass der Film auch gut funktioniert für Menschen, die es nicht gelesen haben.
      Ja, das waren mitunter die besten Stellen!

      <33

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