Zwei Kurzrezensionen

Oktober 18, 2017

„Die Intelligenz der Bienen“ von Randolf Menzel und„Herrschaft der Dinge“ von Frank Trentmann sind zwei Sachbücher mit komplett unterschiedlicher Thematik aber ähnlichen Schwächen.


Das hier ist mal etwas anderes, immerhin schreibe ich sonst immer sehr ausführliche Rezensionen und hab auch viel zu sagen. Aber diese Bücher waren leider Flops für mich, ich habe sie direkt hintereinander gelesen und war bei beiden enttäuscht. Vielleicht hatte ich auch andere und zu hohe Erwartungen, aber mich konnten sie leider gar nicht packen.

Erstmal die Klappentexte, damit du überhaupt weißt, um was es geht:


„Faszination Honigbienen - wie sie denken, planen und fühlen 
Wir lieben die Bienen nicht nur, weil sie süßen Honig produzieren. Sie gehören zu den wichtigsten und intelligentesten Nutztieren der Erde. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung. Und sie können noch viel mehr: Ihr kleines Gehirn denkt, plant, zählt und träumt sogar. Den bekannten Berliner Hirnforscher Randolf Menzel erstaunen sie nach fünf Jahrzehnten intensiver Forschung noch immer. Endlich hat er, zusammen mit Wissenschaftsjournalist Matthias Eckoldt, sein gesammeltes Bienenwissen aufgeschrieben.“


Die Intelligenz der Bienen | Randolf Menzel | Knaus | 28.03.16 | 368 Seiten | Hardcover | 24,99€

„Konsum – der Motor unserer Zivilisation
Was wir konsumieren, ist zu einem bestimmenden Aspekt des modernen Lebens geworden. Wir definieren uns über unseren Besitz, und der immer üppigere Lebensstil hat enorme Folgen für die Erde. Wie kam es dazu, dass wir heute mit einer derart großen Menge an Dingen leben, und wie hat das den Lauf der Geschichte verändert?
Frank Trentmann, Historiker am Londoner Birkbeck College, erzählt in Herrschaft der Dinge erstmals umfassend die faszinierende Geschichte des Konsums. Von der italienischen Renaissance bis hin zur globalisierten Wirtschaft der Gegenwart entwirft er eine weltumspannende Alltags- und Wirtschaftsgeschichte, die eine Fülle von Wissen bietet, den Blick aber ebenso auf die Herausforderungen der Zukunft lenkt angesichts von Überfluss und Turbokapitalismus. Ein opulentes, eindrucksvolles Werk, das Maßstäbe setzt, in der Forschung wie in den wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Debatten unserer Zeit.“

Herrschaft der Dinge | Frank Trentmann | DVA | 22.05.17 | Hardcover | 1104 Seiten | 40,00€



Bei beiden Büchern dachte ich mir nach dem Klappentext – Wow, das muss ich lesen! Beide Themen, besonders Konsum, interessieren mich wirklich sehr und ich beschäftige mich auch sonst öfter mal damit. Der erste Eindruck hat auch bei beiden gestimmt – Schönes Cover (für ein Sachbuch), das Bienenbuch hat sogar farbige Bilder zur Unterstützung des Textes. Bei „Herrschaft der Dinge“ hat mich die Seitenzahl nur erschlagen, als ich das Paket auspackte. Da ahnte ich schon, dass sich meine Erwartungen hier wohl nicht erfüllen werden. 

Der Schreibstil ist bei beiden Autoren zumindest anfangs sehr angenehm. Immer wieder humorvolle Passagen ohne die Wissenschaftlichkeit zu verlieren. Allerdings komme ich direkt zu meinem größten Kritikpunkt – in beiden Büchern wird viel zu weit ausgeholt und wirklich ALLES aufgeschrieben, was die Autoren zu dem Thema wissen. Nagut, die Bienenthematik ist wahrscheinlich schon gekürzt, aber über den Konsum hat Trentmann wirklich einen richtigen Schinken verfasst. Leider hat man schnell das Gefühl ein richtiges Geschichtsbuch zu lesen und es entsteht gar keine Freude dabei. Es wird zur Mitte hin extrem trocken und ich muss gestehen, dass ich nur ca 400 Seiten wirklich aufmerksam lesen konnte und danach in unimäßiges Querlesen übergegangen bin. Sowas mache ich wirklich nie! Außer eben mit der Fachliteratur für die Uni. Und das sagt wohl schon einiges über das Buch aus – Wenn du Geschichtsstudent bist und etwas über den Konsum schreiben musst ist das eine absolute Empfehlung! Denn gut recherchiert und ausführlich behandelt ist es definitiv. Aber wenn man es als Laie wie ich lesen will, um ein bisschen mehr Einblick in das Konsumverhalten der Menschen sowie Tipps für die Zukunft zu bekommen ist das einfach nur ein Overkill.

Ähnlich war es bei „Die Intelligenz der Bienen“. Menzel hat als Zoologe und Neurobiologe natürlich eine sehr wissenschaftliche Herangehensweise an diese Thematik. Es war interessant zu sehen, wie man überhaupt an Bienen forscht, man kann sie ja schlecht befragen und auch beobachten lassen sich die kleinen, wuseligen Tiere nur schwer. Somit fand ich besonders die ersten Kapitel noch ziemlich spannend. Allerdings liest sich auch dieses Buch nach eine Weile leider wie ein trockenes Biologiebuch und es wird außerdem sehr viel Wissen vorausgesetzt. Am besten haben mir die Passagen gefallen, die von seinem beruflichen Werdegang erzählt haben, da er einige wirklich komische Situationen erlebt hat. Diese Passagen lockern das Ganze nochmal auf und haben dazu geführt, dass ich das ganze Buch trotzdem relativ aufmerksam beendet habe.


Bei beiden Büchern waren im Endeffekt meine Erwartungen das Problem. Ich habe Sachbücher erwartet, die für jedermann sind, allerdings empfinde ich sie eher geeignet für Fachleser. Biologiestudenten oder Imker, die sich mit Bienen auseinandersetzen müssen oder Geschichtsstudenten, die den Konsum analysieren, werden hier jeweils ein unterhaltsames und hilfreiches Werk finden. Für „normale“ Leser, die sich einfach nur ein wenig für das Thema interessieren ist es ein Overkill und bringt leider wenig Lesefreude

Kommentare:

  1. Hey!
    Eine tolle Rezensionen der beiden Bücher! Ich finde es schön, dass du da so ehrlich bleibst und Kritik äußerst, aber trotzdem positive Aspekte nennst und sogar bedingte Empfehlungen aussprichst!

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Hey du, dankeschön, das freut mich sehr zu hören :)
      Finde es wichtig, nicht in einen Hate-Modus zu verfallen :D Immerhin hat da mindestens ein anderer Mensch sehr sehr viel Arbeit reingesteckt

      Liebste Grüße zurück,
      Celine

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