[Rezension] Red Rising - Pierce Brown

6/09/2017


In einer Welt, die dich belügt, musst du selbst zum Lügner werden.





Der junge Darrow lebt in einer Welt, in der die Menschheit die Erde verlassen und die Planeten erobert hat. Bei der Besiedlung des Mars kommt ihm eine wichtige Aufgabe zu, das jedenfalls glaubt Darrow, der in den Minen im Untergrund schuftet, um eines Tages die Oberfläche des Mars bewohnbar zu machen. Doch dann erkennt er, dass er und seine Leidensgenossen von einer herrschenden Klasse ausgebeutet werden. Denn der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht lebt in luxuriösen Städten inmitten üppiger Parklandschaften. Sein tief verwurzelter Gerechtigkeitssinn lässt Darrow nur eine Wahl: sich gegen die Unterdrücker aufzulehnen. Dabei führt ihn sein Weg zunächst ins Zentrum der Macht. Der unerschrockene Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Denn um sie vernichtend schlagen zu können, muss er einer von ihnen werden …“ 



Dieses Buch wird wirklich kontrovers diskutiert. Viele haben es abgebrochen und finden kaum positive Aspekte, andere loben es in den Himmel und sehen eine großartige Geschichte darin. Eins vorweg – ich schließe mich letzteren an.

Das Buch ist tatsächlich einer der wenigen Science-Fiction Romane, die ich gelesen habe, aber definitiv der Beste. Die ganze Idee mit Rebellion in einem dystopischen Universum ist weiß Gott nichts Neues. Trotzdem hat es was, dass das Ganze auf einem anderen Planeten spielt! Das lässt einfach völlig neue Szenen und Geschichten zu und Pierce Brown hat wirklich ein umfangreiches und gut geschriebenes Universum geschaffen.
Ich muss aber zugeben, dass ich einige Zeit gebraucht habe, um mich zurechtzufinden, weil es doch sehr viele fiktive Begriffe gibt und diese teilweise nicht genau erklärt werden, sondern man nach und nach aus dem Kontext herausfinden muss, um was es sich eigentlich handelt.

Die Geschichte wird von Darrow in der Ich-Perspektive erzählt. Er ist ein Roter, somit einer aus der untersten Schicht in diesem Universum und wird von der Weltengesellschaft nach Strich und Faden belogen und ausgenutzt.
Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit ihm zurechtzukommen. Man findet keinen so richtigen Zugang zu Darrow, da er anfangs doch extrem kalt und abgestumpft wirkt.
Der Schreibstil ist anders, gewöhnungsbedürftig und für manche vielleicht abschreckend. Denn er spricht derb, teilweise nüchtern und emotionslos. Es fliegen jede Menge Schimpfwörter und anfangs dachte ich, dies sei eins der typischen Stilmittel, um die Arbeiterklasse zu repräsentieren, so wie man es auch in der klassischen Literatur (wie in Hauptmanns „Die Weber“ zum Beispiel) oft getan hat. Allerdings sprechen auch die Goldenen, also die Obersten der Gesellschaft, selten fünf Sätze ohne ein Schimpfwort zu nennen. Ich muss aber sagen, dass ich gerade die derbe Sprache sehr charakteristisch und ansprechend fand – sie passt nämlich wahnsinnig gut zu der brutalen Handlung.

Damit kommen wir schon zum nächsten Punkt. Holy moly, das wurde brutaler als ich dachte! Stellenweise ist es wirklich nichts für schwache Nerven, denn Darrow versucht wirklich alles, um innerhalb der Weltengesellschaft aufzusteigen und geht dafür buchstäblich über Leichen.
Der Großteil der Story spielt in dem Institut und thematisiert die Kriegsführung zwischen den verschiedenen Häusern dort – denn nur denen, die gewinnen, winken danach Jobs in enormen Machtpositionen und genau das ist es, was Darrow braucht.
Wer jetzt aber denkt, dass die Story total gradlinig verläuft, täuscht sich gewaltig. Es gibt absolut geniale Plottwists und an vielen Stellen weiß man wirklich nicht, wie Darrow sich jetzt noch aus der Scheiße ziehen will.
Und obwohl die Geschichte nicht mit einem richtig bösen Cliffhanger endet, was in mehrbändigen Dystopien ja normal zu sein scheint, habe ich definitiv Lust auf das zweite Buch!
 


Ich finde es ist ein sehr gelungener Auftaktband einer dystopischen Science-Fiction Trilogie! Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich mit dem Protagonisten anzufreunden und mich in der völlig fremden Welt zurecht zu finden, doch spätestens nach dem ersten Drittel war ich absolut gefesselt. Eine klare Leseempfehlung für Freunde von „Die Tribute von Panem“, die nichts gegen eine sehr derbe Sprache und blutige Szenen haben.


Red Rising | Pierce Brown | Softcover | Heyne | 14.09.15 | 576 Seiten | 12,99€

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2 Kommentare

  1. Yes! Wieder ein neuer Red Rising Fan bzw jemand der das Buch mochte 😍 Es freut mich immer wahnsinnig solche Rezensionen zu lesen, da Red Rising zu meinen absoluten Lieblingsreihen gehört. Band 2 finde ich den stärksten Band der Reihe, also kannst du dich auf eine gute Fortsetzung freuen :)
    Liebe Grüsse
    Julia

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    1. Tatsächlich hat mich auch deine Rezension dazu gebracht, es endlich mal zu kaufen :) Die hab ich nämlich beim Stöbern vor längerer Zeit mal entdeckt :D
      Und du hattest recht, das buch ist "drecksverdammt" gut ;)
      Ich freue mich sooo auf die nächsten Bände! Die werden dann wohl während #subdensommer vernichtet :D

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