[Rezension] Witch Hunter - Virginia Boecker

Januar 06, 2017
Rezension Witch Hunter Virginia Boecker

Sie ist die gefährlichste Hexenjägerin des Landes – und nun wird sie selbst der Hexerei angeklagt…




Die 16-Jährige Elizabeth Grey sieht harmlos aus, trotzdem ist sie eine der besten HexenjägerInnen in ganz Anglia. Zusammen mit ihrem besten Freund Caleb überwältigen sie einen nach dem anderen und übergeben sie ihrem Lehrmeister und Vorgesetzten, Blackwell, der dafür sorgt, dass sie auf dem Scheiterhaufen landen. Magie in jeglicher Form ist verboten, egal ob es sich um Geisterbeschwörungen, Flüche oder einfache Kräutermischungen handelt. Früher wurde die Hexerei als nützlich betrachtet, gerade durch die heilenden Fähigkeiten. Doch dann kam die Pest. Ausgelöst und verbreitet durch Magie.
Als in Elizabeths Tasche ein Bündel verbotener Kräuter entdeckt wird, lässt sie Blackwell persönlich ins Gefängnis stecken, wo sie eine Woche lang auf ihre Hinrichtung warten soll. Dort überkommt sie aber ein hohes Fieber, was sie schon vorher dahinzuraffen scheint. Wider Erwarten rettet sie nicht Caleb aus dem Gefängnis – sondern Nicholas Perevil, der mächtigste und meistgesuchte Hexenmeister des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger! Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und einer kleinen Gruppe von Reformisten, die gegen Blackwell agieren, auf. Elizabeth erfährt, dass sie in diesem Kampf eine Schlüsselperson spielt und schon bald weiß sie nicht mehr, was Wahrheit oder Lüge ist. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Und was ist der Preis, den sie für Nicholas Hilfe erbringen muss?..
"Oberhalb meines Nabels ist es in meine Haut eingebrannt. Ein schwarzes Mal. XIII. Das Stigma, das mich beschützt und allen zum Beweis dient, was ich bin. Eine Hexenjägerin. Sie weichen vor mir zurück, als ob sie mich fürchten müssten. Sie müssen sich fürchten." 




Sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, dass die Handlung im 16. Jahrhundert spielt und somit zeitlich gut zu den tatsächlich geschehenen Hexenverfolgungen und -Hinrichtungen passt! Es ist interessant sich vorzustellen, dass es damals theoretisch hätte genauso ablaufen können! Ich war nämlich kurzzeitig verwundert, ob es nun wirklich Fantasy ist oder es nur um den Verfolgungswahn von damals geht, bis dann klar wurde, dass die Hexen und Zauberer in diesem Buch tatsächlich zaubern können und auch, dass das Stigma der Hexenjäger den Träger tatsächlich heilen kann. Demnach ein authentisches Setting! Die mittelalterliche Welt wird schön beschrieben, wenn auch teilweise etwas knapp.
Im Allgemeinen wird nicht viel um den heißen Brei herumgeschrieben, die Handlung ist durchweg spannend und so beginnt sie auch direkt. Der Leser wird sofort ins Geschehen hineingeworfen. D haben, meiner Meinung nach, aber die Charaktere etwas gelitten. Elizabeth versteht man irgendwann sehr gut, was aber vor allem der Ich-Perspektive zu verdanken ist. Trotzdem liest man eher wenig längere Gedankengänge von ihr, weshalb man sie erst nach und nach kennenlernen kann. Gerade am Anfang wirkt sie sehr verschlossen und man erfährt einige (dunkle) Geheimnisse erst später, obwohl sie vorher angedeutet werden, aber sie führt ihre Gedanken dazu nie komplett aus.  Generell mochte ich sie als Protagonistin sehr gerne – Sie ist so badass!
Die anderen Charaktere lernt man erst gegen Ende des Buches richtig kennen, einige tatsächlich erst im zweiten Teil. Im ersten Teil werden besonders die männlichen Charaktere John und Caleb (zwischen denen sich Elizabeth praktisch entscheiden muss) viel zu blass dargestellt, als dass man wirklich Stellung beziehen könnte als Leser.
Was mich stellenweise nur wirklich gestört hat, war der EXTREM parataktische Schreibstil. So viele kurze Hauptsätze habe ich wirklich selten gesehen und an manchen Stellen haben die Unterbrechungen durch die verfrühten Satzendungen einfach den Lesefluss erschwert und verlangsamt.
In den (sehr gut) beschriebenen Kampfszenen hat das wiederum gut gepasst! Ansonsten war es durch die relativ simple Sprache einer jungen Protagonistin einfach zu lesen und zu verstehen. Klare Empfehlung für Menschen, die auf kurze, knackige Beschreibungen ohne viel drumherum Gerede stehen!





Der Auftakt der Dilogie „Witch Hunter“ ist der Autorin Victoria Boecker im Großen und Ganzen sehr gut gelungen, die Idee und das Setting ist wirklich großartig! Wegen der spannenden Handlung und der großen Thematik des Buches werden in dem ersten Teil die Charaktere noch nicht sooo gut zugänglich für den Leser, deswegen empfehle ich unbedingt den zweiten Band (Rezension folgt definitiv!), denn das Potenzial ist absolut vorhanden. Auch das Ende war sehr zufriedenstellend – kein böser Cliffhanger, aber man will trotzdem unbedingt weiterlesen.


Witch Hunter | von Virginia Boecker| Erschienen am 18.03.16 | Verlag dtv | Hardcover | 400 Seiten | 17,95€ 




Kommentare:

  1. Hey ich finde deine Rezension echt super geschrieben! Das Buch ist tatsächlich eine Überlegung wert :)

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    1. Halloooo! Das freut mich zu hören :) Da es sich relativ schnell lesen lässt, kann man dem Buch ja auf jeden Fall eine Chance geben ;)
      Vielen Dank für deinen Kommentar!

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  2. Hallihallo!
    Band 2 steht auf meiner Leseliste, da mich Band 1 sehr begeistern konnte. Von dem zweiten Band hab ich bisher allerdings sehr gemischte Meinungen gehört, deshalb bin ich noch ein wenig skeptisch.
    Liebe Grüsse
    Julia

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    1. Hey Julia! :)
      Warte noch 1-2 Tage, dann kommt auch meine Rezi dazu online. Ich kann dir aber vorweg schonmal sagen, dass ich finde, dass der zweite Band mindestens genauso gut ist - Also gib' ihm eine Chance!

      Liebe Grüße zurück und danke, für deinen Kommentar!

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