[Rezension] Boarderlines - Andreas Brendt

1/15/2017

Boarderlines Andreas Brendt Rezension

Alles hinschmeißen und raus in die weite Welt. Viele träumen davon, manche ziehen es durch. Doch wie ist es wirklich, jahrelang nur um die Welt zu reisen und seinem Hobby nachzugehen?




Fast zehn Jahre seines Surferlebens hat Andreas Brendt für uns aufgeschrieben. Er berichtet davon, wie er auf Bali während seiner Studienzeit mit dem Surfervirus infiziert wird und seitdem nur noch das neu gewonnene Hobby und Reisen im Kopf hat. Immer wieder sieht er sich mit der Frage konfrontiert, ob er seiner Herzenslust oder seiner Vernunft nachgehen soll. Studium und Karriere oder doch lieber um die Welt reisen und surfen?
Nach seinem Studium entscheidet er sich gegen einen Job und zieht los. Australien, Frankreich, Peru, Chile, Südafrika, Bali, Ecuador – Er sieht die halbe Welt und reitet die wildesten Wellen. Es geht turbulent zu und immer wieder sieht er sich mit zwielichtigen Gestalten, gefährlichen Meeresbewohnern, Krankheiten und scheinbar unüberwindbaren Naturgewalten konfrontiert. Trotzdem kann er sich nichts Besseres vorstellen. Das Wellenreiten, die neuen Freundschaften und die unvergesslichen Erlebnisse sind für ihn die pure Erfüllung. Anfangs…




Dieses Buch lag lange auf meinen SUB. Ich wusste, dass es meinem Fernweh nur neues Brennmaterial geben würde und eigentlich wollte ich das nicht. Im Nachhinein bereue ich es, „Boarderlines“ nicht schon früher gelesen zu haben! Denn jeder, der mit dem Gedanken spielt, einfach nur noch um die Welt zu reisen, sieht sich mit Zweifeln konfrontiert, ringt ständig mit der Vernunft und mit Zukunftsängsten - Und ob dieses Leben überhaupt so erfüllend wäre, wie man es sich vorstellt.
Mir konnte es wahnsinnig dabei helfen, in meinem Kopf Ordnung herzustellen und nun weiß ich, wo ich stehe. Denn Andreas Brendt ist ehrlich – er glorifiziert das Reisen nicht komplett, er zeigt Vor- und Nachteile auf. Gibt Denkanstöße für wirklich interessante, philosophische Fragen und gibt auch eigene Fehler im Verhalten und Denken zu.
Mit seiner wahnsinnig humorvollen Art hat er einen wahren Pageturner geschaffen, man will dieses Buch gar nicht mehr weglegen. Genau wie er ist man stellenweise immer auf das nächste Abenteuer gespannt und will einfach weiterlesen. An vielen Stellen musste ich laut lachen, viele Situationen sind einfach zu skurril, als dass sie wahr sein könnten (aber wir vertrauen ihm mal ;) ).

An manchen Stellen habe ich mir gewünscht, er hätte ein bisschen mehr zur Finanzierung geschrieben. So als Leitfaden, was man alles einplanen sollte, wenn man sich in so große Abenteuer stürzt. Wahrscheinlich hätten es Bürokratie und Buchhaltung aber ab einer gewissen Stelle langweilig gemacht, außerdem soll dieses Buch ja keine Anleitung zum Weltenbummeln sein.
Ebenso leicht zu bemängeln habe ich die teilweise sehr langen Passagen übers Surfen. Wenn man selbst gar nicht in der Materie steckt ist es irgendwann nicht mehr ganz so interessant. Trotzdem nett war das Glossar hinten im Buch, welches die wichtigsten Surf-Vokabeln erklärt!



Für mich gehört es definitiv zu den „lifechanging books“. Ein MUSS für alle Weltenbummler und die, die es noch werden wollen! Andreas Brendt überzeugt mit seiner ehrlichen und humorvollen Art und zeigt sowohl Vor- als auch Nachteile des Reisens auf. Auch der reine Unterhaltungswert dieses Buches ist gigantisch! Große Empfehlung von mir. :)  




Boarderlines | von Andreas Brendt| Erschienen am 27.11.12 | Verlag -| Softcover | 361 Seiten | 9,95€ 

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1 Kommentare

  1. Das klingt in der Tat nach einem äußerst lesenswerten Buch! Ich finde solche autobiographischen Werke, in denen es um die Verwirklichung der eigenen Träume geht, immer sehr spannend. Kommt auf die Merkliste, auch wenn ich mit Surfen gar nichts am Hut habe, mit der Erfüllung von Träumen dafür umso mehr. :-) Und ja, ich glaube auch, dass das, was man sich als non plus Ultra vorstellt, am Ende ebenfalls seine Tücken hat. Und das Leben, so wie man es im Moment führt, vielleicht auch nicht so verkehrt ist. Schöne Rezension. :-) Und du weißt ja: Dein Blog war Liebe auf den ersten Blick! :-) Liebe Grüße von Mary und ein schönes Wochenende!

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