[Rezension] Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie - Lauren Oliver

12/14/2016


Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, wenn du eine zweite Chance bekämst? Oder eine dritte, vierte, fünfte .. 




Samantha Kingston hat eigentlich das, was viele ein perfektes Leben nennen. Sie ist hübsch, beliebt, schreibt gute Noten und geht mit dem angesagtesten Jungen der Schule. Am 12. Februar erwartet sie  nichts Besonderes, lebt wie immer und macht sich vor allem Gedanken um die Anzahl der geschenkten Rosen und der bevorstehenden großen Part. Es sollte ein Tag werden wie jeder andere auch. Stattdessen stirbt sie. Als sich die Party als großes Disaster herausstellt, flüchten sie und ihre Freundinnen und Sam geraten in einen Autounfall. Sie weiß, dass sie stirbt. Stattdessen wacht sie aber schweißgebadet in ihrem warmen Bett auf. Es ist wieder der 12. Februar…
Ganze sieben Mal muss sie diesen Tag durchstehen. Sieben Tage lang versucht sie ihr Leben zu retten und sieben Tage braucht sie, um zu verstehen, was wirklich zählt im Leben …





Schon beim Klappentext war ich gefesselt. Ich finde es großartig, dass es in diesem Roman eine besondere Protagonistin gibt, da sie mal nicht das schüchterne Mauerblümchen ohne Freunde ist, sondern man mit der wahnsinnig beliebten Sam eine Person hat, mit der ich mich am Anfang tatsächlich nicht identifizieren konnte. Sie kommt oberflächlich und zickig rüber, sie ist an Mobbingaktionen beteiligt und ist mit ihrem Freund nur zusammen, weil er ebenfalls beliebt ist. Genauso will sie am 12. Februar mit ihm ihr Erstes Mal verbringen, weil es in ihrer Clique von ihr erwartet wird. Das ist ein totaler Gegensatz zu den Protagonisten, die mir bisher untergekommen sind und ich fand es wahnsinnig interessant. Obwohl ich mich nicht mit ihr identifizieren konnte, hatte man dank der Ich-Perspektive einen guten Einblick in ihre Gedankenwelt. Ihr ständiger Kampf um ihr Ansehen und ihre Beliebtheit wurde fast schon verständlich, wenn man sich nicht ständig vor Augen führt, um was für Nichtigkeiten es sich eigentlich handelt. Selbst mit ihrem damaligen besten Freund will sie nichts mehr zu tun haben, da er an der Schule als Freak gilt.  Erst nachdem sie ihren Todestag mehrere Male durchlebt hat, merkt sie, was wirklich zählt. Man begleitet sie bei diesem Weg der Erkenntnis und versteht sie von Seite zu Seite mehr. Sie versteht, was die wirklich wichtigen Dinge sind aber auch, dass es um viel mehr als nur um ihr Leben geht…

Zuerst war ich ein bisschen skeptisch ob das nicht furchtbar langweilig wird. Sieben Mal den gleichen Tag? Zum Glück hat sich das nicht bestätigt. Lauren Oliver hat es wirklich geschafft, die ganze Geschichte sehr spannend zu erzählen und durch die Versuche ihr Leben zu retten verläuft Sams Todestag auch jedes Mal verschieden. An manchen Stellen hat es sich zwar ein bisschen gezogen, aber im Endeffekt war es sehr wichtig, um Zusammenhänge verstehen zu können und auch um Sam doch noch lieben zu lernen.

Der Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen. Durch die Ich-Perspektive einer Highschoolschülerin war es oft umgangsprachlich, vulgär und einfach. Aber es gibt eben auch die philosophischen Phasen, die längeren inneren Monologe und Gedankengänge.

 


Das Buch hat mich mit einem fetten Kloß im Hals zurückgelassen. Es war eine dieser Geschichten, nach der man einfach nur ins Leere starrt und nachdenken muss. Reflektieren muss. Ich habe es schon vor Wochen gelesen und schreibe diese Rezension, weil es mich immer noch beschäftigt, fast so, als hätte es mein Denken verändert. Ich finde es gibt nicht DIE Moral, die fettgedruckt am Ende des Buches steht, viel mehr befasst es sich mit so vielen, wichtigen Dingen.
Danach überlegt man sich wirklich zweimal, ob man ohne Tschüss zu sagen das Haus verlässt.





Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie | Von Lauren Oliver | Erschienen am 15.03.2013 | Verlag: Carlsen | Taschenbuch | 448 Seiten | 8,99€

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6 Kommentare

  1. Hey Celine,
    Schöne Rezension! Dieses Buch steht schon länger auf meiner Leseliste, aber da diese ellenlang ist verlier ich schnell den Überblick :) Der Klappentext ist wirklich interessant und ich freue mich das Buch irgendwann mal zu lesen!
    Viele Grüsse
    Julia

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    1. Hey, vielen lieben Dank Julia! :)
      Ich kann es dir wirklich (wie oben ja auch schon beschrieben haha) ans Herz legen! Dann will ich unbedingt auch deine Meinung dazu hören. ;)

      Grüße zurück!

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  2. Huhu Celine,
    eine tolle Rezension hast du geschrieben. Das Buch tönt sehr interessant.. täglich grüsst das Murmeltier. :)
    Es ist auf jeden Fall direkt auf meine Wunschliste gewandert.
    Herzlich, Nela vom Blog Livricieux

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  3. Das hat das Buch auch wirklich verdient! Bin gespannt, was du dazu zu sagen hast :)

    Danke für dein Kommentar! Sowas freut mich sehr. :3

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  4. Hey du, tolle Rezension, sie ist jetzt zwar schon ein paar Monatchen alt, aber dürfte ich sie vielleicht in einem Post zu dem Buch/(und bald ja auch Film) verlinken? :)

    Liebst, Lara.

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    1. Oh man, entschuldigung, ich habe deinen Kommentar jetzt erst gelesen :( Natürlich darfst du das, hoffe es ist noch relevant! Würde mich sogar sehr freuen :)
      Liebste Grüße

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